Das Projektblog für die trnd-Projektpiloten: Hier gibt's die aktuellen Projektnews und Diskussionen rund um das trnd-Projekt Opel Astra Sommertour 2007.

Foto-Reisebericht einer Berlin-Tour

Donnerstag, der 19. Juli 2007:

Nun war es endlich soweit: Meine große Fahrt nach Berlin, das erste mal eine solch gewaltige Strecke mit dem Auto und das erste Mal Berlin im Auto selbst am Steuer. Anfangs dachte ich ja gar nicht daran, was alles für Probleme auf mich zukommen wollte.
Nachdem sich leider niemand auf meinen Aufruf gemeldet hatte, machte ich mich gegen 9Uhr alleine nach Berlin auf, frisch vollgetankt fährt es sich doch recht bedenkenlos auf der Autobahn. Noch gut 400km und etwas über 3 Stunden Fahrt.
Der schöne morgendliche Sonnenschein ließ mich die Panoramascheibe richtig genießen, als sie allerdings etwas blendete, zog ich den Sonnenschutz nach vorne.
Die Landesgrenze Bayern-Thüringen, bzw frühere innerdeutsche Grenze war schnellen Tempos rasch erreicht. Als besonders wirtschaftlich hatte sich das Tempo 135km/h für mich herausgestellt, die entspricht knapp unter 4000 Umdrehungen/min, und dazu einen Verbrauch von 7,8 bis 8,3 auf 100km, welches ich für einen Diesel einigermaßen akzeptabel befand.
Mein Idealtempo konnte ich allerdings häufig nicht halten, nicht aufgrund zahlreicher Überholmanöver sondern zahlreicher Baustellen und Spurenlimitierung auf einer Seite mit Tempo 60.
Das Hermsdorfer und Sckeuditzer Kreuz flogen nur so an mir vorbei, so leicht gleitet der GTC über die Straße, auch die alte Autobahnbauweise der 1930er (Betonplatten) machte dem Komfort dank guter Federung nichts aus, so hätte ich endlos weiterfahren können mit wunderbaren Liedern, welche ich von meiner MP3-CD im GTC röhren ließ, wenn nich tmenschliche Bedürfnisse aufgetreten wären. So entschloss ich nach dem Wechsel vom “Land der Frühaufsteher” (Sachsen-Anhalt, laut Autobahnbeschilderung) ins Brandenburgische am schönen Parkplätzchen “Landsberg” eine kleine Mittagspause einzulegen. Beine vertreten, Frischluft schnappen um wieder fit und munter und vor allem wach in die Bundeshauptstadt einfahren zu können.
So geschah es auch: Kurz nach 13Uhr fuhr ich auf die schnurgerade AVUS und am Dreieck Funkturm raus: Berlin, Großstadtluft schnüffeln und sofort alle Fenster auf und Sonnenverdeck nach hinten: Cabriofeeling für die nächsten 24 Stunden.
Berlin Funkturm
Als erster Sightseeing-Point stand natürlich gleich der Funkturm an der Massurenallee an erster Stelle, samt Deutschlandhalle der Messe Berlin.
Der Opel macht sich doch sehr gut unter dem Eiffelturmimitat, oder? Wie ein Chamäleon passte die Farbe zum Funkturm.
Berlin Messe

Dann ging es weiter westwärts durch den Berliner Verkehr zum Olympia-Stadion. Dabei überquerte ich den Theodor-Heuss-Kreisel, wobei ich zum ersten Male ausgehupt wurde, weil ich nicht auf Anhieb die richtige Spur hatte, nicht das letzte mal in diesen zwei Tagen. Was soll man auch machen wenn das Navi sagt “Dritte Ausfahrt rechts abbiegen” und dabei meint den Kreisel geradeaus durchfahren? Allerdings ohne Navi wäre ich auch gänzlich in Berlin aufgeschmissen gewesen, mit Karte find’ ich mich ja zurecht als Fußgänger aber als Fahrer muss man sich zu 100% auf den eigenartigen Verkehr konzentrieren.
Berlin Olympiastadion

Nach dem Shooting am Olympiaplatz entschloss ich in meine Herberge in Wedding einzuchecken und ein kleines Erholungsschläfchen einzulegen.
Gegen 16:30Uhr war ich wieder fit und munter für den Großstadtverkehr und wollte einige Adressen in Berlin abklappern, an welchen ich für mein kleines Hobby des Shisha-Rauchens leck’ren Tabak kaufen wollte. So ging es über die Invalidenstraße vorbei am Alexanderplatz samt Fernsehturm in die ellenlange Hermannstraße in Kreuzberg und danach in die westliche Sonnenallee (die drittlängste Straße in ganz Berlin!). Dank TMC kannte das Navi zahlreiche Baustellen und schlug eine sinnvolle Alternativroute vor. Anbei bekam ich recht günstig die Geschmackssorten Traube, Honigmelone und Sherezade Zimt. Nebenbei besuchte ich einen REWE Nahkauf und deckte mich mit zahlreichen Getränken, wie Müller Milch und Rixdorfer Fassbrause sowie einem Großpack Milchschnitten ein, da ich noch nicht zu Mittag gegessen hatte.
Ein Anruf eines Bekannten orderte mich zu einer Stipvisite nach Rathaus Schöneberg, quer durch die ganze Südstadt, vorbei am Monumentalbau des Tempelhofer Flughafens und dem Platz der Luftbrücke, welches trotz 8km binnen 15 Minuten schnell geschafft war.
Berlin Alexanderplatz
Für 19:30Uhr hatte ich eine Einladung eines Bekannten zum Treffpunkt Karl-Marx-Allee / Ecke Otto-v.-Braun-Str. (gleich am Alex) zu einem Simpsontreffen erhalten. Simpson, das ist die legendäre Ost-Mopedmarke, welche heute noch zahlreiche Liebhaber hat. Ich war bereits um 19Uhr dort, da ich nicht genau wusste, wo der Treffpunkt ist,parkte ich auf dem Mittelstreifen der Karl-Marx-Allee auf Höhe des U-Bahnausgangs Schillingstraße.
Berlin Alex2
Als ich endlich eine große Rußwolke und zahlreiche Mopeds sah, wusste ich: Diesen folgen und ich bin richtig. Kurze Zeit darauf traf ich auch am Treffpunkt ein, stellte mich und meine Kiste vor. die etwa 30 Mann (einer sogar mit Trabbi, das Alter so zwischen 20und 30) waren sehr interessiert über den neuen Opel Astra GTC, da man ihn vorher noch nicht gesehen hatte, hier brachte ich auch meine restlichen Sonnencremes unters Volk, die Sonnenblenden konnten diese leider ja nicht mittransportieren. Sehr interessiert fragte man mich nach Fahrverhalten, Leistung, etc. Fahren wollte ihn selbst allerdings keiner, dafür wäre jetzt der Berliner Verkehr zu heftig. gegen 20Uhr durfte ich hinter einem Nebel verbrannten Zweitaktgemisches weiter in den Osten folgen, nämlich zur Stammkneipe “Pizza Bambino” an der Ecke Danziger/Prenzlauer Allee. Wobei Kneipe etwas untertrieben ist: Es schien für mich eher als ein ausgebauter Imbisscontainer mit nach hinten angebauter großzügiger und angenehmer Pavillonlaube.
Berlin Pizza
Vom ersten Anblick erholte ich mich aber schnell, denn laut meiner neuen Simpson-Freunde gibt es hier die günstigste und beste Pizza in ganz Ost-Berlin. So war es auch: nach kurzer Zeit bekam ich meine große leckere Pizza für 3€ und das Getränk für 1€ (dabei konnte man dem Pizzabäcker im “Imbisscontainer” beim backen zusehen!)
So unterhielten wir uns über dies und jenes, über den Opel, über die Simpsons und dem Berliner Verkehr und gegen 23Uhr löste sich so allmählich die Truppe auf und ich beschloss auch müde das Navi gen Unterkunft einzustellen.
Diesmal fuhr ich mit geschlossenen Fenstern, da es doch schon sehr frisch war und zahlreiche Mücken kreisten.

Freitag, den 20. Juli 2007:

Der Wecker war eigentlich auf 8:30Uhr gestellt, dennoch konnte ich schon ab etwa 7:45Uhr nicht mehr schlafen, obwohl ich die Nacht in einem fremden Bett in meinem großzügigen Zimmer relativ gut geschlafen hatte. Nun hieß es: Sich frisch machen, rein in die Klamotten und runter zum Frühstück. Die Auswahl war reichlich und nach jedermanns Geschmack. Um etwa 9 Uhr zog ich mich zurück ins Zimmer, um zusammenzupacken und die Bettwäsche abzuziehen (es war schließlich ein Jugendgästehaus). Mein Checkout war um 9:45Uhr vollzogen und so setzte ich mich ins Auto und plante erstmal seelenruhig den neuen Tag.
Ich beschloss meine Sightseeingtour fortzusetzen und setzte das Brandenburger Tor auf die Liste. Nach einem kleinen Tankstop Unter den Linden angekommen rechnete ich allerdings nicht damit, dass der gesamte Pariser Platz noch von der U-Bahn-Baugrube ausgefüllt und deswegen gesperrt ist, so musste ich dieses Foto leider streichen, denn auf der Westseite gab es keine Parkmöglichkeit. So fuhr ich kurzerhand durchs Regierungsviertel zum Bundeskanzleramt bei Frau Merkel vorbei und parkte unweit des Reichstags und belächelte die lange Schlange an Kuppelbesuchern.
Berlin Reichstag
Nach diesen gelungenen Fotos ging es vorbei am Potsdamer Platz zum Checkpoint Charly, aber selbst nach drei Anlaufversuche zur Parkplatzsuche direkt hinter der Barracke gab ich dies auf und parkte in der Kochstraße nach den Busparkplätzen direkt auf dem Mauerstreifen. Nun war die Hälfte des Autos im ehemaligen Osten, die andere im Westen. Nach längerem Beine-Vertreten und etwas Ausruhen in der prallen Mittagssonne (der Berliner Verkehr schafft einen echt!) fuhr ich zur East-Side-Gallery, nahe der Obernbaumbrücke und Warschauer Str. im Ostteil der Stadt. Hier entstanden zahlreiche gute Fotos, vorallem konnte ich hier verkehrssicher parken, da der Parkstreifen durch einen Radstreifen getrennt von der Straße war.
Berlin East-Side-Gallery
Der GTC macht sich doch ganz gut vor dem “Wall gegen den Bolschewismus”, oder? Das fanden auch zahlreiche Radfahrer, wovon einer anhielt und das Heck samt Internetadresse per Handy fotografierte, ebenso eine kleine Gruppe, die einen Cadillac gemietet hatten. Der Kontrast Opel-Cadillac war einfach einmalig.
Berlin Mauer
Berliner Mauerorama
Nach kurzer Wartezeit und einen kleinen Abstecher zu meiner Tante ganz in der Nähe, holte ich meinen Bekannten (einer der Simpsontruppe) am S-Bahnhof Wedding ab und wir beschlossen in ein angesagtes Shisha-Café namens Sehraya in Kreuzberg zu fahren. Hierbei ging es quer durch die Stadt bzw. eher unter mit dem neuen Tiergartentunnel. Parkplatz war auch schnell gefunden.
Die Atmosphäre war echt einzigartig auf zwei Etagen, mit tollen Wasserpfeifen und handgemachten Tabak dampften wir etwa eine Stunde zu günstigen Non-Alkoholischen Cocktails (es gab traditionell kein Alkohol auf der Karte).
Die Zeit verging und gegen 16:30Uhr überlegten wir ein weiteres Shisha-Cafe zu besuchen oder einen Abstecher zu “Siebenstein” zu machen, wofür wir uns auch entschieden. Bei der Fahrt dorthin gerieten wir am Schöneberger Ufer in den lästigen Feierabendverkehr.
In der Regensburger Straße Nummer 5 befand sich die echte “Filmkulisse” zur Kinderserie Siebenstein, mit dem kleinen Raben und dem sprechenden Koffer, mit welcher ich aufgewachsen bin. Die ganze Serie wurde bis zur Neukonzeption 2004 komplett vor Ort und nicht um Studio gedreht. Witzigerweise ist nebenan ein echter Trödelladen, wessen Besitzerin geduldig Auskunft gegeben hat.
Berlin Siebenstein
Na, wer erkennt den Laden noch?
Zu Schade nur, dass das Konzept so verschandelt wurde, das heutige Siebenstein ist einfach nicht mehr das was es war.
Am Ende der Regensburger Straße nahe Spichernstraße kaufte ich in einem kleinen Supermarkt mir noch zahlreiche Getränke und einen kleinen Imbiss für die Heimfahrt und verabschiedete mich von meinem Berliner Bekannten, der die Fahrt im Fast-Cabrio sehr genoß.
Nach kleinen Orientierungsproblemen am Funkturm zur Autobahn (die Navidame war etwas langsam und kompliziert aufgrund der vielen Abbiegemöglichkeiten) fand ich endlich den richtigen Weg richtung Heimat. Quer durch den Freitagsverkehr fuhr ich auf der Höhe von Halle/Leipzig richtig ins Gewitter. Unter schweren Platzregen Autofahren ist nicht nur anstrengend sondern auch gefährlich, weswegen ich beschloss eine kleine Pause einzulegen. Nach kurzer Phase der Erholung ging es an einem Stück in den Sonnenuntergang und somit auch in besseres Wetter.

Gegen 22Uhr abends und fast leerem Tank war ich endlich wieder zu Hause angekommen und viel fix und fertig in mein Bettchen - mit dem Beschluss: Berlin und Auto,das ist ein Gegensatz, oder zumindest ein Zustand, der für mich nicht mehr in Frage kommt, denn gemäß Live Earth ziehe ich daraus meinen Schlussstrich in Berlin nur den BVG zu benutzen oder, wie zahlreiche anderen das Fahrrad vorzuziehen.
Opel at home

Im ganzen Danke ich allerdings Opel und besonders dem trnd-Team, welche diese einmalige Sache möglich gemacht haben und mir solch eine Erfahrung zukommen ließen.
Es waren sehr schöne zwei Tage Berlin, allerdings auch zwei teure, (jetzt muss ich wohl die nächsten zwei Monate hungern, betteln, oder auf der Straße musiziern *gg*) dank des für mich doch enormen Spirtverbrauchs überkam mich ein schlechtes Gewissen und ich war doch etwas froh am Sonntag das Auto wieder abgeben zu dürfen und wieder ganz normal ÖPNV fahren zu dürfen. *g* (Klingt komisch, ist aber so..)

Euer Ben aka. bego.

Diskussion

Meinungen der trnd-Partner

29.07.07 - 10:45 Uhr
von scholtyssek

Toller Bericht!
Berlin ist eine Hammer Stadt, aber absolut nichts für Autofahrer. Da finde ich München schon vervig.

30.07.07 - 18:29 Uhr
von theK

Wow Bego - das nenn ich mal nen ausführlichen Reisebericht :) Coole Sache!

01.08.07 - 16:50 Uhr
von Anne1981

Toller Bericht! Besonders habe ich gelacht über das “Simpsontreffen”…
War das ein Wortspiel oder meintest du die Mopedmarke SIMSON? Oder soll ich mir dabei gelbe Mopeds mit lustigen Zacken obendrauf vorstellen?

01.08.07 - 16:58 Uhr
von bego

*lach* in der tat, ich meinte simson, ich habs anfangs auch imma verwechselt, werd ich gleichmal ausbessern…
zuviel simpsons diese woche *augen verdreh*